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Dienstag, 14. Mai 2019

Ausschreibungen: Seit Juli 2018 wurden 552 staatliche Immobilien versteigert; Hyundai plant Teilnahme an Ausscheibung der Kharkiver Metro; Auktionen für Öl- und Gasblöcke; 5G-Auktionen im nächsten Jahr Außenwirtschaft: Polen verdrängte Russland als Hauptabnehmer ukrainischer Waren
James Brooke
by James Brooke
UBN Morning News is reported and written by James Brooke, a former New York Times foreign correspondent and Bloomberg Moscow Bureau Chief
  • Ausschreibungen: Seit Juli 2018 wurden 552 staatliche Immobilien versteigert; Hyundai plant Teilnahme an Ausscheibung der Kharkiver Metro; Auktionen für Öl- und Gasblöcke; 5G-Auktionen im nächsten Jahr
  • Außenwirtschaft: Polen verdrängte Russland als Hauptabnehmer ukrainischer Waren
  • Landwirtschaft: Lebensmittelexport steigt um 1 Milliarde US-Dollar im 1. Quartal; Ernte fast auf Rekordniveau des Vorjahres
  • Bergbau- und Stahlindustrie: Arcelor investiert 350 Millionen Dollar in die Stahlproduktion
  • Automobilindustrie/ -markt: Lithium-Vorkommen und Rahmenbedingungen Schlüssel für Zukunft der Automobilindustrie; KfZ-Import-Flut
  • Infrastruktur: Weitere Grenzübergänge erforderlich; Eröffnung Flughafen-Parkhaus; 25-jähriger Wachstumsplan für Boryspil
  • Transport & Tourismus: Ryanair stellt weitere Ukraine-Flüge nach Deutschland, Polen und in die Ukraine vor; Aserbaidschan, Kazakh Airlines profitieren von Russlands Verbot ukrainischer Überflüge
  • Erneuerbare Energien: VR Capital investiert in Solar
  • Volks- und Finanzwirtschaft: Inflation im April bei 8,8% gegenüber Vorjahr; Limits für Dividendenüberweisungen nahezu verdoppelt; Reuters‘ Analysten: Weitere Zinssenkungen in diesem Jahr; BIP-Wachstum sinkt auf 2,4%; Nächste IWF-Tranche
  • Sonstiges: Zelenskiy Vision: „Der Staat im Smartphone“

Ausschreibungen:

ProZorro, das am massiven Bestand an ungenutzten staatlichen Immobilien in der Ukraine knabbert, hat seit Juli letzten Jahres 552 staatliche Immobilien versteigert und 37 Millionen Dollar für die Staatskasse eingenommen. Der überwiegende Teil der Verkäufe dieser „kleinen Privatisierungen“ entfiel auf Immobilien. Im Dezember letzten Jahres haben diverse Gerichtsurteile die Privatisierungen großer Staatsunternehmen eingefroren.

Der US-Ukraine Business Council betont die Bedeutung der neuen Vereinbarungen zur Produktion von Öl und Gas in der Ukraine: „Die Ausschreibungsunterlagen sind im Mai fällig und die Zuschläge werden im Juni erwartet“. Dieser Prozess „wird weltweit als starkes und ernsthaftes Signal gesehen, dass die Ukraine das Klima für Energieinvestitionen ausbaut und dem privaten Sektor echte Möglichkeiten bietet, in der Ukraine zu investieren“.

Der scheidende Botschafter Südkoreas reagierte auf die Rede des Infrastrukturministers Volodymyr Omelyan, dass Hyundai eine Elektroautofabrik in der Ukraine baut. Botschafter Lee Yang-goo teilte mit, dass Hyundai plant, auf dem Erfolg seiner Züge im InterCity-Dienst der Ukraine aufzubauen und an einer Ausschreibung für 85 neue U-Bahn-Wagen im Rahmen des Ausbauplans der Kharkiver Metro teilzunehmen. Die EBRD und die Europäische Investitionsbank finanzieren die Hälfte des 320-Mio.-Euro-Projekts.

Ukrainische Unternehmen gewannen erneut alle Auktionen für Öl- und Gasblöcke, die nach den Regeln von ProZorro durchgeführt wurden. Am Donnerstag, in der zweiten Auktionsrunde, gewann der staatliche Gasproduzent UkrGazVydobuvannya sechs der sieben Lizenzen, die für 20 Jahre Exploration und Produktion gültig sind. Eine kleine, private Firma, Unified Oil and Gas Company, erhielt die siebte Lizenz. Im März, in der ersten Runde der elektronischen Auktionen, erhielten UGV und zwei private Gasproduzenten, Burisma Group, DTEK Oil & Gas, drei Lizenzen. Die dritte Lizenzrunde für neun Blöcke wird am 18. Juni sein, berichtet die WorldOil-Website.

Die Ukraine wird im nächsten Jahr 5G-Mobilfunkfrequenzen versteigern, sagte Infrastrukturminister Volodomyr Omelyan Reportern nach einem Treffen am Freitag mit der Nationalen Kommission für Kommunikation und Informationsregulierung. „Sie sehen eine große Perspektive in dieser Technologie“, sagte Omelyan. „Es ist das Ziel, dass die Ukraine im nächsten Jahr die ersten Lizenzen für 5G verkaufen kann.“ Letzten Monat startete Omelyan ein 5G-Pilotprojekt „Internet der Dinge auf Autobahnen„. Im vergangenen Jahr wurde der 4G-Service in der Ukraine eingeführt. Im vergangenen Monat haben Verizon, das führende amerikanische Mobilfunkunternehmen, und drei südkoreanischen Mobilfunkbetreiber den 5G-Service eingeführt.

Außenwirtschaft:

Polen verdrängte Russland als Hauptabnehmer ukrainischer Waren, da der Handel der Ukraine mit Russland im Vergleich zum Vorjahr um 11% auf 2,4 Milliarden Dollar zurückging. Im Zeitraum Januar-März verkaufte die Ukraine Waren im Wert von 818 Millionen Dollar an Polen, verglichen mit 759 Millionen Dollar an Russland. Während der Handel mit Russland zurückging, stieg der Handel der Ukraine mit der EU um 10% auf 9,5 Milliarden Dollar. Auf die EU entfallen 38% des Außenhandels der Ukraine.

Landwirtschaft:

Die ukrainischen Lebensmittelexporte stiegen im ersten Quartal um 22,5% und steigerten den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 1 Milliarde US-Dollar, berichtet Olga Trofimtseva, amtierende Ministerin für Agrarpolitik und Ernährung. Die drei wichtigsten Exportgruppen waren: Getreide – 45%, Öl – 22% und Ölsaaten – 7%. Die Spitzenprodukte waren: Mais – 33%, Sonnenblumenöl – 21% und Weizen – 11%. Top-Ziele waren: Asien – 41%; EU – 35%; Afrika – 15%; und GUS – 6%.

Nach der Rekordernte von 70 Millionen Tonnen im Vorjahr soll die Getreideernte der Ukraine in diesem Jahr um 2,3% auf 68,4 Millionen Tonnen zurückgehen, prognostiziert das Institut für Agrarökonomie. Während die Tierproduktion auf Vorjahresniveau verbleibt, soll die Eierproduktion um 3,4% und die Geflügelfleischproduktion um 7,4% wachsen. Im vergangenen Jahr waren die landwirtschaftlichen Großbetriebe die Lokomotiven der ukrainischen Landwirtschaft, deren Produktion um 12,1% wuchs, verglichen mit den familiengeführten Betrieben, die lediglich um 2,2% wuchsen.

Die Konferenz Grain Ukraine wird am 24. und 25. Mai Produzenten, internationale Händler und Regierungsvertreter in Odessa versammeln. Neben einem Vortrag der amtierenden Ministerin Trofimtseva und Paneldiskussionen über die Aussichten der Ukraine auf den Weltmärkten für Getreide und Strategien zur Behebung von Engpässen im Inlandsverkehr wird es eine Exkursion zum neuen Getreideterminal von M.V. Cargo in Yuzhne geben, eine einstündige Busfahrt südlich von Odessa.

Bergbau- und Stahlindustrie:

Der größte integrierte Stahlproduzent der Ukraine, ArcelorMittal Kryviy Rih, wird seine gesamten Gewinne aus dem Jahr 2018 – 350 Millionen Dollar – in die Modernisierung der Produktion investieren, berichtet das Unternehmen. Die Entscheidung wurde auf der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 25. April getroffen.

Automobilindustrie/ -markt:

Angesichts des boomenden Elektroautomarktes der EU sagt Omelyan, dass, wenn der Gesetzgeber Gesetze zur Förderung der Elektroauto- und Batterieindustrie verabschiedet, „wir am nächsten Tag eine Delegation zu Tesla schicken, um ihr erstes europäisches Werk in der Ukraine zu bauen„. Die Ukraine verfügt über die größten bekannten Lithiumvorkommen in Europa, ein wichtiger Bestandteil von Autobatterien. Eine Tesla-Batterie wiegt 540 kg und bietet der Ukraine einen Versorgungsvorteil für Europa, argumentiert Omelyan.

Die Erstzulassungen von importierten Gebrauchtwagen beliefen sich in den ersten vier Monaten dieses Jahres auf 207.000, das ist das Achtfache des gleichen Vorjahreszeitraumes. Dagegen wurden im gleichen Zeitraum 25.300 neue Pkw – alle Importe – zugelassen, 3% weniger als in den ersten vier Monaten des Vorjahres. Die Importflut ist auf niedrigere Steuern in der Ukraine und wachsende Restriktionen in Deutschland gegenüber Dieselfahrzeugen zurückzuführen. Von den Neuzulassungen gebrauchter Importe entfielen 53% auf Dieselmotoren, so der Branchenverband Ukravtoprom.

Infrastruktur:

Pünktlich zum Beginn der Sommerreisezeit eröffnet Kiew Boryspil am 23. Mai das erste mehrstöckige Parkhaus des Flughafens. Das Parkhaus, das durch einen überdachten Gehweg mit dem Terminal D verbunden ist, bietet Lang- und Kurzzeitparkplätze, Videoüberwachung und digitale Schilder, die anzeigen, wo freie Plätze zur Verfügung stehen. Das Kurzzeitparken wird etwa $1 pro Stunde kosten.

In den nächsten 25 Jahren werden 3,4 Milliarden Euro in die Erweiterung des Flughafen Borsypil investiert, um zukünftig 54 Millionen Passagiere abzufertigen – das Vierfache des heutigen Passagieraufkommens. Im Rahmen eines in der vergangenen Woche von der Regierung genehmigten langfristigen Entwicklungsplans würde sich die Landfläche des Flughafens um zwei Drittel auf 1.538 Hektar erhöhen, so Viktor Dovhan, stellvertretender Infrastrukturminister auf Facebook. Terminal D, der wichtigste internationale Terminal, wird stark erweitert und die zweite Start- und Landebahn erneuert. Nach einem Anstieg von 19% auf 12,6 Millionen Passagiere im vergangenen Jahr erwartet Boryspil in diesem Jahr einen Anstieg um 14% auf 14,4 Millionen Passagiere.

Ukrainer, die in Massen am Sonntag bedingt durch ihre „Visa-Freiheit“ nach Hause fahren, haben im Mai an den Grenzübergängen zwischen Polen und der Ukraine Staus von bis zu 500 Autos verursacht, berichtet der ukrainische Grenzschutz. Da der Grenzverkehr mit PkWs an der polnischen Grenze um 500.000 pro Jahr steigt, muss die Ukraine ihre Übergänge mit der EU von derzeit 18 verdoppeln, sagte Petro Tsyhykal, Leiter des Grenzschutzes, kürzlich gegenüber Channel 5. Er sagte, dass im vergangenen Jahr 100 Millionen Menschen die Grenzen der Ukraine überschritten haben.

Transport & Tourismus:

Mit einem aggressiven Angebot für den ukrainischen Markt von Wanderarbeitskräften stellt Ryanair einen Zeitplan für Herbst- Flüge in fünf neue deutsche Städte und acht neue polnische Städte vor. Von Odessa aus startet Ryanair Flüge in fünf polnische Städte: Krakau im Juli, dann Danzig, Katowice, Poznan und Breslau am 29. und 30. Oktober. Von Kharkiv aus startet Ryanair Flüge nach Krakau und Poznan sowie nach Vilinius, Litauen. Von Kiew Boryspil aus startet Ryanair im Herbst einen Flug nach Katowice und verdoppelt seine Frequenzen nach Warschau auf zweimal täglich. Ryanair fliegt bereits von Borsypil in fünf weitere polnische Städte. Mit Blick auf Deutschland startet Ryanair im Oktober Flüge von Boryspil nach Hahn, Karlruhe/ Baden-Baden, Nürnberg und Weeze sowie von Odessa nach Berlin-Tegel. Die österreichische Einheit Lauda startet im November Flüge nach Stuttgart.

Mit einem dreijährigen Vorsprung umfasst das ukrainische Flugnetz des Konkurrenten Wizz Air bereits 12 ukrainisch-polnische und 13 ukrainisch-deutsche Strecken. In diesem Sommer startet Wizz Air drei neue Flüge: von Kiew Sikorsky nach Lublin im Juni und nach Leipzig/ Halle im Juli; und im August von Kharkiv nach Krakau, eine neue Wizz Air Basis.

Motor Sich setzt seinen wöchentlichen Flug Kiew-Lviv-Uzhgorod aus, der erst vor zwei Monaten eröffnet wurde. Das Infrastrukturministerium arbeitet mit der Fluggesellschaft und den regionalen Behörden zusammen, um die Route zu fördern und tägliche Direktflüge Kiew-Uzhgorod für die Sommersaison in Transkarpatien einzurichten.

Die aserbaidschanische Low-Cost-Carrier Buta Airways nutzt das russische Verbot von Überflügen ihres Territoriums durch ukrainische Fluggesellschaften und erweitert die Flüge von Baku auf drei ukrainische Städte: Kharkiv, Kiew und Odessa. Nachdem Buta zwei Jahre lang nach Kiew Sikorskiy geflogen war, fügte er am Freitag Kharkiv hinzu. Am 16. Mai folgt Odessa. Die UIA hat einen Einzelflug von Kiew Boryspil nach Baku, der über das Schwarze Meer, um die Krim und über Georgien nach Süden führt, um Aserbaidschan zu erreichen.

Kasachstans neuer Discounter FlyArystan plant, in naher Zukunft in die Ukraine zu fliegen, sagt Peter Foster, Präsident der Muttergesellschaft Air Astana, dem Center for Transportation Strategies. Laut dem britischen CEO plant FlyArystan, in diesem Jahr 700.000 Passagiere zu befördern und seine Flotte in zwei Jahren auf 15 Passagierjets zu erweitern. Die UIA, die mit längeren und teureren Flugrouten nach Kasachstan konfrontiert ist, hat ihre Frequenzen nach Almaty reduziert und ihre Flüge nach Astana, dem heutigen Nur-Sultan, eingestellt.

Ab Freitag wird Ukrzaliznytsya seinen Boryspil Express Zug verdoppeln, so dass der Flughafen-Eisenbahn-Shuttle zu Spitzenzeiten 200 Passagiere befördern kann. Der 80 Griwna-Shuttle aus der Innenstadt von Kiew, der von der Kiewer Presse bei seinem Start im vergangenen November lächerlich gemacht wurde, hat sich als so beliebt erwiesen, dass die Passagiere oft für die 35-minütige Fahrt stehen.

Online-Käufe machen heute 56% der verkauften Fernverkehrstickets aus, gegenüber 50% im Vorjahr, berichtet Evhen Kravtsov, CEO von Ukrzaliznytsia. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2015 wurden mehr als 100 Millionen Bahntickets online gekauft.

Erneuerbare Energien:

Die VR Capital Group von Richard Deitz erweitert ihre Investitionen in der Ukraine, gründet ein Joint Venture mit Investment Capital Ukraine und erwirbt 50% der Anteile an 11 Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 127 MW in der Region Mykolaiv. Dies ist das dritte Joint Venture im Bereich der erneuerbaren Energien zwischen der ICU in Kiew und VR, so Avellum, die die ICU rechtlich beraten hat. Deitz ist seit 1994 Investor in Russland und war viele Jahre lang in Moskau ansässig. Laut Barron’s hatte sein Flaggschiff-Hedgefonds, VR Global Partners, L.P., Ende 2017 ein Vermögen von 4,4 Milliarden Dollar verwaltet.

Volks- und Finanzwirtschaft:

Mit Wirkung vom vergangenen Mittwoch hat die Zentralbank die monatliche Obergrenze für die Rückführung von Dividenden von 7 Mio. Euro pro Unternehmen auf 12 Mio. Euro angehoben. „12 Millionen Euro, deckt den Bedarf aller Unternehmen mit ausländischen Investitionen in der Ukraine“, sagt Oleh Churiy, stellvertretender Leiter der Nationalbank der Ukraine. „Wir sind uns jedoch bewusst, dass dieses Limit eine gewisse Barriere für neue Investoren darstellt. Unser Ziel ist es, das Limit weiter zu erhöhen.“ Evgeniya Akhtyrko von Concorde Capital schreibt: „Dies ist der jüngste Schritt der Zentralbank in ihrer ForEx-Liberalisierungskampagne. Es spiegelt das wachsende Vertrauen der NBU in die Situation auf dem ukrainischen Devisenmarkt und die Fähigkeit des Marktes wider, sich selbst zu regulieren.“

Die ukrainische Zentralbank wird in diesem Jahr mindestens eine weitere Senkung ihres Leitzinses vornehmen, so eine Umfrage von Reuters unter 12 Analysten. Fünf Analysten erwarten, dass der Zinssatz in diesem Jahr bei 16% liegen wird, nach 17,5% heute. Drei sehen den Leitzins am Jahresende bei 17%. Vor zwei Wochen hat die Nationalbank der Ukraine den Zinssatz von 18% gesenkt, die erste Senkung seit zwei Jahren. ICU schreibt: „Im Falle erfolgreicher Verhandlungen über die neue Tranche [IWF] und einem anhaltenden Rückgang des Verbraucherpreisindexes dürfte die NBU den Zinssatz während der Juni-Sitzung erneut senken (-50 Basispunkte) und ihn schließlich bis Ende des Jahres auf 16% reduzieren.“

Die Inflation im April lag bei 8,8% gegenüber dem Vorjahr, berichtet der State Statistics Service. Die Zentralbank prognostiziert, dass sich die Inflation bis Ende dieses Jahres auf 6,3% verringern wird. Der Durchschnittswert der Analysten von Reuters liegt bei 7,8%.

Mit einer erwarteten Inflation von unter 9% und einem Wechselkurs Hryvnia/Dollar von 26,5, der sich in drei Jahren kaum verändert hat, bleibt das Interesse ausländischer Investoren hoch. Ausländische Investoren halten nun 36,3 Mrd. Hryvnia (1,37 Mrd. USD) in Anleihen. ICU schreibt: „Unserer Meinung nach wurde ein großer Teil von ausländischen Investoren gekauft, höchstwahrscheinlich mit längeren Laufzeiten als gestern angeboten.“

Die Zinssenkung führte am Mittwoch zu einem Rückgang der Anleihenverkäufe um 19% bei der wöchentlichen Auktion der Zentralbank im Vergleich zur Auktion am 23. April. Bei der Auktion am 7. Mai verkaufte die Bank Anleihen im Wert von 411 Millionen Dollar – 166 Millionen Dollar in Dollar und den Rest in Griwna. Zusätzlich zum Verkauf von kündbaren Dollar-Anleihen zu 3,85% verkaufte die Bank 18-monatige Anleihen an 18 Bieter für 8,3 Mio. $ zu 7,25%. Die größte Nachfrage war nach viermonatigen Anleihen – 4,5 Mrd. UAH, die in 43 Geboten verkauft wurden, mit Zinssätzen von 18,25 bis 19%. Evgeniya Akhtyrko von Concorde Capital schreibt: „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach auf Griwna lautenden Anleihen hoch bleiben wird, da die Renditen weiterhin deutlich über der aktuellen Inflationsrate liegen werden. Darüber hinaus sieht die Investition in auf Griwna lautende Anleihen angesichts der anhaltenden Stabilität der Griwna als eine sehr lukrative Möglichkeit für Nichtansässige aus.“

Das reale BIP-Wachstum der Ukraine verlangsamte sich im ersten Quartal 2019 auf 2,4%, verglichen mit 3,5% im vierten Quartal 2018. Metalle, der größte Exportschlager nach Landwirtschaft und Arbeit, war aufgrund geplanter Reparaturen bei großen Bergwerken und Stahlherstellern lediglich auf Vorjahresniveau, berichtete die Nationalbank der Ukraine. Der Einzelhandel, Reisen und das Baugewerbe legten zu. Die Zentralbank geht davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 2,5% wachsen wird, nach 3,3% im Vorjahr.

In Sarajevo teilte Finanzministerin Oksana Markarova mit, dass die Ukraine „entweder auf Kurs oder gut positioniert“ sei, um alle Anforderungen des IWF-Programms zu erfüllen. Im Gespräch mit Bloomberg a mDonnerstag nach einem Panel auf der EBRD-Jahrestagung lehnte sie es ab, den Zeitpunkt der nächsten IWF-Tranche zu besprechen, und sagte, das Wichtigste sei, „auf Kurs zu bleiben„. Auf dem Panel sagte sie, dass die makroökonomische Situation der Ukraine „sehr gut“ sei.

Die Ukraine wird die nächste IWF-Darlehenstranche über 1,3 Milliarden Dollar bis Mitte Juli erhalten, prognostiziert Alexander Paraschiy, Leiter Research bei Concorde Capital, in einem Interview mit UNIAN. Er sagt, dass die Ukraine drei von vier grundlegenden Bestimmungen für die Tranche erfüllt hat. In diesem Monat kann die Rada ein viertes verabschieden: ein neues, verfassungsrechtlich einwandfreies Gesetz zur illegalen Bereicherung. „Basierend auf unserer Geschichte ist das ein sehr gutes Ergebnis„, sagt er. Eine Senkung der Gaspreise sollte kein Thema sein, da die Parität zu den Importen gewahrt bleibt. Die große Unbekannte sieht er in Igor Kolomoiskys Versuchen, die Verstaatlichung der PrivatBank von 2016 rückgängig zu machen.

Analysten von JP Morgan und UBS prognostizieren, dass politische Manöver im Vorfeld der Parlamentswahlen den Erhalt der zweiten Tranche in diesem Jahr verzögern werden. „Premierminister Groysman hat deutlich signalisiert, dass er sich von den Anforderungen des IWF entfernt, als er ankündigte, dass er bei den Parlamentswahlen kandidieren wird„, schreiben die JP Morgan-Ökonomen Nicolaie Alexandru und Trang Nguyen in einer Notiz. „Sowohl Zelenskiy als auch die meisten Politiker werden wahrscheinlich populistische Maßnahmen und nicht die vom IWF geforderten Reformen fordern.“ Unabhängig davon prognostizieren die Analysten der Schweizer Investmentbank UBS, dass sich die IWF-Tranche von 1,4 Milliarden US-Dollar in diesem Sommer verzögern wird, wenn die Rada keine neuen Anti-Korruptionsgesetze verabschiedet.

Wenn die westlichen Partner – einschließlich des IWF – die Zusammenarbeit aufrechterhalten, kann die Ukraine in diesem Jahr, einem Spitzenjahr für die Rückzahlung ausländischer Schulden, durchkommen, sagte Yakiv Smolii, Gouverneur der Nationalbank der Ukraine, am Freitag gegenüber G7-Botschaftern und IWF-Vertretern in Kiew. Wenn die Rada in zwei Wochen wieder an die Arbeit geht, sollen die Parlamentarier eine wichtige Forderung des IWF berücksichtigen: die Umgestaltung des Staatlichen Finanzdienstes in einen Steuerdienst und einen Zolldienst. Wenn die Ukraine Ende Mai ihre IWF-Überprüfung besteht, sollte sie eine IWF-Tranche von 1,3 Milliarden Dollar erhalten.

Sonstiges:

„Der Staat im Smartphone“, sagte Zelenskiy am Mittwoch während des Besuches der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland ist unser Ziel zur Reduktion der Korruption. „Wir wollen nicht über die Bekämpfung der Korruption reden, wir wollen sie besiegen„, sagte er. Dazu will sein Team die Kontakte der Ukrainer zu Bürokraten minimieren.

Die wöchentliche deutsche Version der Ukraine Business News wird in Zusammenarbeit mit unserem Partner Henniger Winkelmann Consulting erstellt. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte www.hwc.com.ua.

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